von Anna Lux
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2. August 2021
In unserem heutigen Glossar-Beitrag beleuchten wir das interdisziplinäre Forschungsgebiet Mensch-Computer-Interaktion . MCI beschäftigt sich mit der Erforschung, Gestaltung und Bewertung der Interaktion von Mensch und Computer [1]. Das Forschungsgebiet MCI versteht sich zwar als Teilgebiet der Informatik , nimmt aber theoretische und methodische Anleihen in einer Reihe von Fachdisziplinen (Informatik, Psychologie sowie Design- und Arbeitswissenschaft). Das Ziel aller Gestaltungsaktivitäten der MCI ist es interaktive Systeme zu entwickeln , die sich in ihrer Handhabung durch gute Bedienbarkeit und Gebrauchstauglichkeit auszeichnen (Usability) und dem Benutzer darüber hinaus während der Nutzung ein emotional ansprechendes Benutzungserlebnis ermöglichen (User Experience) [2]. Ursprünglich war das Gestaltungsziel stärker auf Effizienz und Qualität fokussiert (Usability). Durch das Vordringen der interaktiven Computertechnologien in viele Lebensbereiche des Alltags nahm User Experience zunehmend an Bedeutung zu. Ein Gestaltungsziel, das vor allem emotionale und ästhetische Aspekte beinhaltet, wie das Designkonzept, das Branding und die Verpackung. Innerhalb des Forschungsgebiets der MCI können Gestaltungsgegenstände Computersysteme sein, die als gemeinsames Merkmal die interaktive Benutzung haben. Dazu gehören z. B. Laptops, Smartphones, Smartwatches und Systeme ohne grafische Benutzeroberfläche, wie z. B. Alexa. Die MCI fokussiert sich auf eine Gestaltung von interaktiven Systemen, die die Benutzer in das Zentrum der Forschungsarbeiten stellt. Durch die Nutzung von Produkten wird Mehrwert in der Form von Kundenbewertungen produziert und dieser Mehrwert generiert Wissen und kann sogar zu Anpassungsmöglichkeiten an spezielle Benutzerwünsche beitragen. So entsteht eine interaktive Beziehung zwischen Produzent und Kunde, die den Gestaltungsprozess stark beeinflusst. Was beeinflusst die Mensch-Computer-Interaktion unseren Alltag und Umgang mit Informationen? Die technologischen Entwicklungen im Bereich Informatik haben unsere Gewohnheiten, wie wir uns informieren , in den letzten Jahren stark verändert. Die Vielfalt an interaktiven Geräten ermöglicht uns schnellen Zugriff auf Informationen, sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld und beeinflusst unsere Entscheidungsprozesse. Heutzutage wird von jeder Person erwartet, dass sie in der Lage ist, eine Vielzahl von interaktiven Geräten zu verwalten. Zudem sollte sich jede Person über eine Reihe von Kanäle informieren und die gefundenen Informationen nutzen , um die eigene Meinung zu aktuellen Themen zu formen . Diese Tatsache führt zur Entwicklung von effizienteren interaktiven Systemen mit intuitiven Displays, die von jedem, unabhängig von seiner oder ihrer Technologieaffinität, einfach verwendet werden können. Das Forschungsgebiet Mensch-Computer-Interaktion ist die Grenze zwischen diesen neuen Technologien und ihrer Öffentlichkeit und ermöglicht den problemlosen und komfortablen Zugang zu Informationen [2]. Eine der Top-Konferenzen im MCI-Bereich ist die CHI-Konferenz, die seit 1982 im jährlichen Rhythmus an wechselnden Standorten weltweit stattfindet. Für die HCI-Forscherszene (Human-Computer Interaction) ist die CHI eines der Highlights des Jahres. Einerseits bietet die CHI eine Plattform für Forschende, die ihre Ergebnisse einem internationalen Publikum zugänglich machen möchten, andererseits bekommt dieses Publikum auch einiges an interessanten Beiträgen geboten [3]. Quelle [1] https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/mensch-computer-interaktion [2] Rainer Kuhlen, Wolfgang Semar, Dietmar Strauch (Hrsg.): Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. 6. Ausgabe. Berlin 2013: Walter de Gruyter [3] https://www.heise.de/news/Konferenz-CHI-Mensch-Computer-Interaktion-mit-Tangibles-Displays-durchbrechen-6046459.html